Königsschloss und Helden der Arbeit, Tempel des Kapitalismus und Partys in Abbruchhäusern: In Polens Hauptstadt geht alles zusammen. Warschau ist eine Stadt der Gegensätze, voller Bilder, die nicht recht zueinanderpassen wollen. Da ist die kleine Altstadt mit ihren malerischen Gassen und den schönen Kaufmannshäusern, umgeben vom Betongebirge sozialistischer Plattenbauten. Von vergangenen Epochen zeugen Kirchen in katholisch-barocker Pracht, doch alles wird überragt von einem Kulturpalast, der einst den Sieg des Stalinismus symbolisieren sollte. Daneben die Wahrzeichen des neuen Warschaus: spiegelverglaste Wolkenkratzer und hypermoderne Einkaufszentren, groß wie Flugzeughangars. Lebte der Maler Bernardo Bellotto (1697-1768) - als Canaletto bekannt geworden und berühmt für seine präzisen Stadtansichten - im Hier und Heute, seine Gemälde sähen wohl etwas anders aus. Vielleicht gäben Sie den großartigen Panoramablick von der zweigeschossigen grünen Danziger Brücke (Most Gdański) wieder: links der alte, wieder lebendige Stadtteil Praga, rechts die City mit ihrer wachsenden Skyline aus Wolkenkratzern und Bürotürmen, die nachts kunstvoll beleuchtete Świętokrzyska-Brücke mit ihrer gewaltigen Hängekonstruktion und die kleine Altstadt mit den roten Ziegeldächern auf einem Hügel über der Weichsel.
Es sind diese stellenweise atemberaubenden Kontraste, die den Reiz Warschaus ausmachen, weniger die gewachsene Schönheit klassischer Architektur. Mit der Aura einer jahrhundertealten Baukunst kann die polnische Hauptstadt nämlich nicht mehr dienen: Warschau war am Ende des Zweiten Weltkriegs zu über 90 Prozent zerstört. Nahezu alles, was alt aussieht, ist Kopie des zerstörten Originals, bis ins Detail meisterlich rekonstruiert: Kirchen, Paläste, ganze Straßenzüge, die komplette Altstadt. Die Gemälde Canalettos spielten dabei übrigens eine entscheidende Rolle, denn es fanden sich kaum bessere Vorlagen als jene 23 perspektivisch akkuraten Ansichten, die heute die Ausstellung im ebenfalls wiederaufgebauten Königsschloss krönen.
Warschau, seine Wiedergeburt inbegriffen, ist in diesem Sinn auch ein großes Memorial einer bewegten und tragischen Geschichte. Deren Zeugnissen begegnet man in der Stadt auf Schritt und Tritt. Gedenktafeln an Hausfassaden und viele Denkmäler ehren die Freiheitskämpfer gegen die Zarenherrschaft und die Sowjetbesatzung, doch vor allem die Aufständischen gegen die Okkupation durch die Deutschen während des Zweiten Weltkriegs. Der zahllosen Opfer zu gedenken ist viel mehr als ein Ritual. Die Polen sind sehr geschichtsbewusst, und das hat seine Gründe. Das kollektive Erinnern an die Märtyrerrolle als »Christus der Völker« wurzelt tief im nationalen Bewusstsein. Freiheit war in der polnischen Geschichte nie selbstverständlich.
Oktoberfest 2009 (München)
19.09.09
"O`zapft is". Wenn der Münchner Oberbürgermeister mit diesen Worten das erste Bierfass anzapft, ...
» Mehr
Geburtstagsparty (Duisburg)
30.03.00
Jeden Freitag wird im Delta ins Wochenende gestartet. Verschiedene Musikstile auf mehreren Areas, ...
» Mehr
Rosenstolz (Regensburg)
04.12.08
Der altbekannte Zyklus "neues Album / ausgiebige Tour" ist gerade abgeschlossen, oder besser, er ...
» Mehr
Wohlfühlen (Well-being) und Glücklichsein (Happiness) – das sind die Zutaten von Wellness-Hotels. Weltweit lassen sich Spa-Resorts für ihre Gäste Außergewöhnliches einfallen. Checken Sie ein in eine andere Welt, jenseits des Alltags.
» Wellness-Hotels erleben
» Asien: Heimat der Spas
» Europa: Panorama-Jacuzzis
» Karibik: Well-Being Massage
Marco Polo Reiseführer Polen
» Jetzt bestellen bei buecher.de
Marco Polo Reiseführer Warschau
» Jetzt bestellen bei buecher.de
» MARCO POLO Regionalkarte Polen Nordwest
» MARCO POLO Regionalkarte Polen Nordost