Die Stadt (600 000 Ew.) mit dem größten Hafen der Welt hat sich seit Ende des Zweiten Weltkriegs in eine moderne Metropole verwandelt, die weder mit neuer Architektur noch mit internationalem Flair geizt. Den Ort gibt es schon, seit sich im 10. Jh. ein paar Siedler am Fluss Rotte niederließen. Durch die günstige Lage an der Nordsee entwickelte sich die Stadt rasch zu einem wichtigen Warenumschlagplatz. Als jedoch die Frachtschiffe größer wurden und der Hafen immer mehr versandete, verlor die Stadt an Bedeutung. Das änderte sich erst, als im 19. Jh. mit dem Nieuwe Waterweg zwischen der Stadt und Hoek van Holland ein verbesserter Meeresanschluss gebaut wurde. Nun konnten die Handelsschiffe wieder den Rotterdamer Hafen anlaufen. Und mit den ersten Raffinerien kamen im 20. Jh. auch immer mehr Öltanker.
In den letzten Jahren wurde der Hafen systematisch vergrößert und mit einem ultramodernen Containerterminal versehen. Auf dem ganz neu angelegten Europoortterrain - der so genannten Maasvlakte - haben sich viele Unternehmen niedergelassen; außerdem setzt eine Windkraftanlage die hier stets wehende kräftige Brise in Energie um.
Der Zweite Weltkrieg hatte für Rotterdam verheerende Folgen: Bei der Bombardierung der Stadt durch die deutsche Luftwaffe 1940 starben tausend Menschen; das Zentrum wurde nahezu völlig in Schutt und Asche gelegt. Im Gegensatz zu vielen anderen zerstörten Orten entschied man sich in Rotterdam nach dem Krieg für einen Wiederaufbau der Innenstadt in einem neuen und zuweilen recht gewagten Stil - heute hat Rotterdam eine der interessantesten Stadtarchitekturen der Niederlande.
Mitten durch Rotterdam fließt die Nieuwe Maas, die gleichsam die Lebensader der Hafenstadt ist. An den Flussufern stehen denkmalgeschützte Häuser. Der Nord- und der Südteil der Stadt sind über zahlreiche Brücken und Tunnels miteinander verbunden, darunter die Ende der Neunzigerjahre eröffnete Erasmusbrücke. Sie bindet den Stadtteil Kop van Zuid an die Innenstadt an und ist gleichzeitig markanter Blickfang der Skyline. Dank ihrem 139 m hohen, geknickten Pfeiler heißt die Brücke im Volksmund »Schwan«.
Die großen Schiffe, die den Rotterdamer Hafen anlaufen, bringen und brachten neben Waren auch immer wieder Immigranten, sodass die zweitgrößte Stadt der Niederlande ein Schmelztiegel zahlreicher Nationalitäten ist.
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