Como (201 m, 84 000 Ew.) macht es einem nicht ganz leicht: Diese Stadt fasst man nicht in einem Anlauf - aber wer sich auf sie einlässt, sich ein paar Annäherungsversuche Zeit nimmt, der wird dafür reich belohnt. Comos Aura, Comos Düfte, Comos Lacher - die Stadt vermittelt ein frisches, urbanes Lebensgefühl, dessen Eigenständigkeit nicht im atemlosen Stakkato einer Metropole untergeht. Die Brüche, die Ungereimtheiten - Como mag sie gar nicht erst verstecken.
Wer sich Como vom schweizerischen Grenzort Chiasso her kommend mit dem Auto nähert, glaubt es angesichts der sich weithin ausbreitenden, vierschrötigen Bauten mit einer nüchternen, gesichtslosen Großstadt zu tun zu bekommen. Trifft man dagegen mit dem Zug oder gar mit dem Schiff ein und geht an der imperialen Piazza Cavour an Land, entsteht ein ganz anderer Eindruck: der einer Stadt in formidabler Seelage mit einem imposanten kulturellen Gestus. Innerhalb seiner mittelalterlichen Mauern bietet Como ein charmantes, ruhiges, autofreies Stadtzentrum mit engen, aber nicht beengenden Gassen, mit einer Geschäfts-, Boutiquen- und Spezialitätenladendichte, die ihresgleichen sucht.
Besiedelt war Como schon unter den Kelten, später, während der Kriege gegen Mailand (im Mittelalter) und die Österreicher (19. Jh.) musste Como schwere Niederlagen einstecken. Glanz verliehen der Stadt vor allem die Seidenindustrie, die bis ins Mittelalter zurückgeht, und die Maestri Comacini, mittelalterliche Baumeister und Bildhauer aus der Gegend von Como, die ihre Werke in ganz Europa hinterließen.
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