Der Petersdom erstrahlte zum Heiligen Jahr 2000, nach zweieinhalbjährigem Großputz, in neuen Farben. Die bedeutendste Basilika der Christenheit - ein einziger Superlativ. Die Kirche bedeckt zweieinhalb Mal die Fläche des Kölner Doms, misst 211 m Länge, 186 m an ihrer breitesten Stelle und 132 m Höhe. Das Gotteshaus kann 60 000 Menschen aufnehmen. 1506 beauftragte Papst Julius II. Donato Bramante mit dem Bau einer dreischiffigen Kathedrale an Stelle der antiken Basilika, die Konstantin über dem Grab Petri errichtet hatte. In der 120-jährigen Baugeschichte brachten die besten Baumeister Italiens viele einander widersprechende Modelle ein: Bramante plante als Grundriss ein griechisches Kreuz mit einer mächtigen Kuppel, das auf Wunsch nachfolgender Päpste in ein langschenkliges Kreuz verwandelt wurde. Das Langhaus war noch nicht fertig, als Michelangelo 1546 Bramantes Ideen wieder aufnahm und eine große Kuppel nach dem Vorbild des Florentiner Doms begann. Papst Paul V. schwebte wiederum das längste Langhaus der Christenheit vor. Er beauftragte Carlo Maderno mit dem Anbau und der Fassade, die dann aber die Sicht auf die Kuppel einschränkte.
Im Kircheninnern gleich rechts stehen Sie vor der Heiligen Pforte, die nur in heiligen Jahren geöffnet wird. Michelangelos »Pietà«, erste Seitenkapelle rechts, steht - seit ihr 1972 ein Geistesgestörter die Nase abschlug - hinter schusssicherem Glas. Am Pfeiler des heiligen Longinius glänzt der Fuß der Bronzestatue St. Peters, ganz blank von den vielen Küssen der Pilger. Eine Marmortreppe vor dem Papstaltar führt zum Grab Petri und der letzten Ruhestätte von Johannes Paul II., darüber wölbt sich der schwere Bronzebaldachin von Bernini. Wegen des großen Zulaufs befindet sich der eigentliche Eingang zu den Papstgräbern und den Vatikanischen Grotten jetzt im rechten Seitenschiff. In der Apsis finden Sie zwei weitere Werke Berninis: den Kathedraaltar, der den »Heiligen Stuhl« enthält, und das Grab des Barberini-Papsts Urbans VIII. Links im Langschiff liegt der Eingang zur Sakristei und zum Vatikanschatz, im rechten Schiff befindet sich der Aufzug zum Dach, gefolgt von 320 steilen Stufen hinauf zur Kuppel, von der Sie einen herrlichen Blick über Rom genießen können. Kirche tgl. 7-19, im Winter bis 18 Uhr, Sakristei 9-18, im Winter bis 14.30 Uhr, Eintritt 2,50 Euro, Dach und Kuppel 9-18 Uhr, Eintritt 5 Euro, mit Lift 7 Euro. Sicherheitskontrollen unter rechten Kolonnen. Bitte unbedingt dezente Kleidung: bedeckte Schultern und lange Hosen! Bus 40, 62, 98
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