»Römer, seid fruchtbar und mehret euch, Römer, macht mehr Kinder!« flehte Camillo Ruini, Kardinalsvikar von Rom. Ein grüner Politiker warf dem Gottesmann vor, wie ein Blinder von der Farbe zu reden. Doch der Chef der italienischen Bischofskonferenz hat schließlich Augen im Kopf, um zu sehen, dass es in den Hinterhöfen seiner Diözese zwar viele Katzen, aber kaum noch Kinder gibt, keine Windeln mehr über der Gasse hängen und die älteren Signoras statt der Enkel ihren Pelz spazieren führen. Unglaublich, Italien gilt als das kinderfreundlichste Land der Welt, hat aber eine der niedrigsten Geburtenraten. Die geringe Gebärfreudigkeit hat einen banalen Grund: ein krasser Mangel an Infrastruktur. Von Kindergeld, Familiendarlehen und Steuervergünstigung kann man hier nur träumen. Von Spiel- und Sportplätzen, Krippen und guten Kindergärten häufig auch. Mit der lista dei bambini hat der frühere grüne Bürgermeister Francesco Rutelli versucht, wenigstens ein bisschen familienfreundliche Strukturen in die öden Vorstädte zu bringen. Bisher noch keine Erfolgsmeldung aus römischen Entbindungssälen.
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