40 km nordöstlich im oberen Eisacktal ein heiteres, lichtes Städtchen (16 000 Ew.) trotz ernster Vergangenheit als bedeutendes Bistum; sehenswert die mittelalterliche Altstadt (die Großen und Kleinen Lauben), die barocke Domanlage, deren Kreuzgang über und über mit Bibelgeschichten ausgemalt ist (14. bis 16. Jh.), und die Hofburg der Bischöfe, heute ein sehenswertes Museum sakraler Kunst mit Krippensammlung (Mitte März-Okt. Di-So 10-17 Uhr; Krippenmuseum Dez./Jan. tgl. 14-17 Uhr). Schönstes Hotel des Tals mit exzellenter Küche: Elephant, 44 Zi., Weißlahnstr. 4, Tel. 04 72 83 27 50, Fax 04 72 83 65 79, www.hotelelephant.com, €€
Von Bozen geht es hinauf in die malerische Mittelgebirgslandschaft des Ritten, traditionelle Sommerfrische des Bozner Bürgertums mit altmodischen Hotels und Villen; dazu die rötlichen Erdpyramiden bei Lengmoos, ein kurioses Erosionsphänomen. Im Süden Bozens führt die Südtiroler Weinstraße zu den Ansitzen, burgartigen Weingütern, oft zu charmanten Hotels umfunktioniert, so in Ortschaften wie Eppan, Missian, Sankt Michael. Im Tal liegt der Kalterer See, Bade-, Segel- und Surfparadies. Im Osten Bozens geht es auf die Seiser Alm, Europas größte, blütenreiche Hochalm (ca. 60 km²) vor der Kulisse des mächtigen Schlerns.
Nördlich Bozens, im Eisacktal, zweigt bei Waidbruck gegenüber der Trostburg (Stammschloss des Oswald von Wolkenstein, Ostern-Okt. tgl. Führungen um 11, 14, 15, 16 Uhr) das Grödnertal ab, das hineinführt ins Land der Rätoromanisch sprechenden Ladiner, zu renommierten Skiorten wie St. Ulrich (Ortisei), auch Hochburg der weltbekannten Holzschnitzkunst. Vom Tal gelangt man auf die Große Dolomitenstraße, die dicht heranführt an die bizarren Felsformationen der Dolomiten bis nach Cortina d'Ampezzo im Veneto, Perle der Dolomiten und sommers wie winters Italiens mondänster Bergferienort. Weiter nördlich im Eisacktal, nahe Klausen (Chiusa), geht es ins bei Südtirolfreunden besonders beliebte Villnösstal (Val di Funes).
Im Norden Brixens zweigt das waldreiche Pustertal ab. Es beginnt mit Schloss Rodenegg bei Rodeneck mit einem hochberühmten romanischen Freskenzyklus (13. Jh., Mitte Mai-Mitte Okt. Führungen Di-So 11, 14, 15 Uhr). Vom Pustertal führt das schöne, touristisch sehr erschlossene Gadertal der Ladiner ins Dolomitengebiet. Im oberen Teil (Alta Badia) konzentrieren sich ein paar Gourmetadressen, die Südtirol bei Feinschmeckern berühmt gemacht haben, etwa La Siriola (Mo geschl., Tel. 04 71 84 94 45, €€€) im Hotel Ciasa Salares oder St. Hubertus (Mi-Mittag und Di geschl., Tel. 04 71 84 95 00, €€€) im Hotel Rosa Alpina, beide in St. Kassian (San Cassiano).
Nordwestlich Bozens gelangt man nach Meran (Merano), eine zauberhafte Kurstadt (33 000 Ew.) mit Promenaden, üppig- mediterranen Villengärten und den sehenswerten Landschaftsgärten Giardini Trauttmansdorff (Mitte März-Mitte Mai und Mitte Sept. bis Mitte Nov. tgl. 9-18, Mitte Mai bis Mitte Sept. 9-21 Uhr). Oberhalb Merans liegt Dorf Tirol mit dem Stammschloss der Grafen von Tirol, ein Touristenmekka (Mitte März bis Anfang Nov. Di-So 10-17 Uhr).
Bei Meran öffnen sich die weite, sonnige Talschaft Vinschgau (Val Venosta) mit Apfelplantagen und dem hübschen Festungsstädtchen Glurns (Glorenzia) sowie das Schnalstal, an dessen Eingang Burg Juval (Ostern bis Juni und Sept.-Anfang Nov. Do bis Di 10-16 Uhr) thront und Reinhold Messners Reisemitbringsel ausstellt.
Wie in Südtirol sind auch die Tridentiner Berglehnen und Taleingänge mit Hunderten von Burgen gespickt, mal wildromantische Ruinen, mal Schauplätze sommerlicher Kulturveranstaltungen. Europas größte Burganlage erhebt sich überm Etschtal zwischen Rovereto und Trient, Castel Beseno. Im Nordwesten Trients hat man vom 2125 m hohen Paganella, »Aussichtsturm« des Trentino, die Tridentiner Bergwelt im Blick: Im Westen erheben sich das Brentamassiv aus Kalkgestein und die Gletschergruppen Adamello, Presanella und Cevedale, zwischen denen weltberühmte Skiorte wie Madonna di Campiglio liegen.
Nach Nordosten hin beherrschen die Dolomiten das Trentino, einige Täler führen stufenweise heran; zunächst das sonnige, rebenbepflanzte Cembratal, dem das Fleimstal (Val di Fiemme) folgt, in dessen Hauptort Cavalese (1000 m) der Palazzo della Magnifica Comunità (16. Jh.) davon zeugt, dass die Bauern hier 1110 dem Bischof von Trient ihre Unabhängigkeit abtrotzten und damit erstes freies Gemeinwesen in Italien wurden. Das hochalpine Fassatal verschafft Anschluss an die Große Dolomitenstraße. Renommierter Skiort ist San Martino di Castrozza vor der Palagruppe mit dem mächtigen Felsturm Cimone della Pala (3186 m), »Matterhorn der Dolomiten« genannt.
Das Trentino ist auch berühmt für seine Seen: In der Valsugana badet man in den beiden großen Seen Lago Levico und vor allem Lago di Caldonazzo. Nahe beim Thermalort Comano kann man eines der schönsten Tridentiner Schlösser besichtigen, das restaurierte Schloss Stenico (Führungen Di-So 9-12 und 14-17 Uhr).
Im Südwesten reicht das Trentino bis an den Gardasee mit den Windsurferparadiesen Riva del Garda und Torbole.
Die frische Bergluft gelangt bis hinunter in die Gassen der 50 km südlich von Bozen gelegenen Stadt (99 000 Ew.), die im Mittelalter Bischofsstadt wurde: Im Kastell Buonconsiglio (Di-So 10-18 Uhr) tagte von 1545 bis 1563 jenes Konzil, auf dem die katholische Kirche die Strategien gegen die Reformation ausklügelte. Zur Burganlage gehört der Adlerturm mit sehr sehenswerten Fresken aus dem 15. Jh. (nur mit Voranmeldung, Tel. 04 61 49 28 40). In den Kellern unterm Turm kehrt man zu Wein und Käse ein: La Buca di Bacco (mittags und So geschl., Tel. 04 61 98 31 61, €). Den imposanten Domplatz bestimmen ein Neptunbrunnen (18. Jh.), der Dom, eine strenge lombardisch-romanische Pfeilerbasilika (11.-13. Jh.), und der mittelalterliche Stadtpalast, heute Dommuseum (Di-So 9.30 bis 12.30 und 14-18 Uhr). Wunderschön sitzt man hier am Domplatz im Restaurant Scrigno del Duomo (Mo geschl., Tel. 04 61 22 00 30, €€ - €€€). Zum Übernachten bietet sich das freundliche Hotel America (65 Zi., 15 Apartments, Via Torre Verde 50, Tel. 04 61 98 30 10, Fax 04 61 23 06 03, www.hotelamerica.it, € - €€) an.
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