Diese Etruskergründung (91 000 Ew.) 75 km südöstlich war das römische Arretium, dann eine mittelalterliche Stadtrepublik. Heute interessieren den Besucher die Fresken des Piero della Francesca im Hauptchor der Basilika San Francesco (Anmeldung erforderlich, Tel. 05 75 35 27 27, www.pierodellafrancesca.it), die romanische Santa Maria della Pieve am zentralen Corso Italia mit ihrem kurios aussehenden Campanile delle cento buche, Turm der 100 Löcher, so genannt wegen seiner 40 Doppelbogenfenster, und schließlich der Antiquitätenmarkt am ersten Wochenende im Monat auf der Piazza Grande mit den von Giorgio Vasari entworfenen Loggien.
Im Süden von Arezzo breitet sich das Chianatal aus, von hier stammen die weißen Chianarinder, die das Fleisch für die bistecca fiorentina liefern. Den Hügelsaum dieser Ebene zieren mittelalterliche Festungsstädtchen, etwa das herrlich gelegene Cortona, einst eine bedeutende Etruskersiedlung. Am Ende des Chianatals lohnt das sehenswerte Etruskermuseum von Chiusi (Museo Archeologico, tgl. 9 bis 19.30 Uhr). Unterm Restaurant La Zaira (Mo geschl., Via Arunte 12, Tel. 057 82 02 60, €€) zeigt der Wirt gerne seinen Weinkeller in etruskischen Gewölben.
Im Süden von Florenz erstreckt sich bis nach Siena diese wald- und rebenreiche teils wilde, teils liebliche Hügellandschaft mit hübschen Ortschaften wie dem Landstädtchen Greve mit seiner arkadengesäumten, trapezförmigen Piazza, zypressengesäumten Bauernhöfen und burgartigen Weingütern, die hier den würzigen Chianti ziehen und Ferienwohnungen anbieten.
Den Beinamen »Italiens größtes Freilichtmuseum« hat das 65 km westlich gelegene Lucca verdient: Ein vollständiger Festungsring (16. Jh.) umgibt die intakte Altstadt mit ihren grandiosen Kirchen, darunter der Dom San Martino (6./13. Jh.) mit dem bezaubernden Marmorgrabmal der Ilaria del Carretto von Jacopo della Quercia (1408) und San Michele in Foro im Stil Pisaner Romanik (12. Jh.). Ein Wahrzeichen der 91 000-Ew.-Stadt ist die ovale Piazza del Mercato, wo sich mittelalterliche Häuser in einem römischen Amphitheater eingenistet haben. Von der mit Bäumen bewachsenen Torre Guinigi blickt man auf die Garfagnana, die Apenninberge im Norden Luccas, ein schönes Ausflugs- und Wandergebiet.
Ein lebhaftes Lokal mit deftigen toskanischen Suppen: Da Giulio in Pelleria (So/Mo geschl., Via delle Conce 45, Tel. 058 35 59 48, €). Ein Tipp: die Kamelienblüte im Frühjahr in den Parks der schönen Luccheser Villen.
Im Osten Arezzos gelangt man ins Tibertal: in Monterchi zum berühmten Fresko »Madonna del Parto« von Piero della Francesca sowie zu weiteren Werken von ihm in der Pinakothek seines nahen Geburtsorts Sansepolcro.
Im hoch gelegenen Anghiari beeindrucken eine achteckige Abteikirche aus dem 11. Jh. und am Fuß der Stadt die Kirche Santo Stefano aus dem 6. Jh., die älteste der Toskana. Eine sympathische Einkehradresse: Da Alighiero (Di geschl., Via Garibaldi 8, Tel. 05 75 78 80 40, € - €€).
Angenehm schläft es sich im Hotel Tiferno (38 Zi., Piazza R. Sanzio 13, Tel. 07 58 55 03 31, www.hoteltiferno.it, €) im umbrischen Städtchen Città di Castello.
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