Vor schroffem Fels stehen die hohen, gelben Häuser dicht am Hafen, einige mit den für Ligurien typischen, nur aufgemalten Trompe-l'Œil-Fenstern, dazwischen Treppengassen. Das hübsche Küstenstädtchen (6500 Ew.) verfügte im 19. Jh. über die größte Handelsflotte Italiens. Erinnerungen an diese Zeit im Museo Marinaro (Mi-Mo 9 bis 12, Mi, Sa, So zusätzlich 15-18 Uhr, Via Gio Bono Ferrari 41). Von der Dramatik der Seefahrt zeugt die Sammlung der Exvotobilder in der Kirche Nostra Signora del Boschetto. Mit dem Boot (Transportgesellschaft Golfo Paradiso, Via Scalo 2) gelangt man stündlich an die Landzungenspitze Punta Chiappa mit schönem Badestrand sowie zur romantischen Klosteranlage San Fruttuoso in einer kleinen Bucht.
Einst Piratennester, haben sich diese fünf idyllischen Fischerdörfer an der von Weinterrassen überzogenen Felsenküste nordwestlich von La Spezia zu einem der attraktivsten Küstenflecken ganz Italiens gemausert: Monterosso mit einem richtigen Sandstrand, Vernazza, das größte Dorf, Corniglia, Manarola und Riomaggiore. An den Wochenenden, zu Ostern und im Sommer werden die autofreien Dörfer (ideal per Bahn zu erreichen) vom Besucherstrom überschwemmt. Das gilt auch für die Wanderwege, vor allem für den Küstenweg Nr. 2, den man nur mit einer Art Kurtaxe, der 5-Terre-Card, benutzen darf; man erwirbt sie an einer der Informationsstellen in den Bahnhöfen der fünf Dörfer. Die Cinque Terre stehen unter strengem Naturschutz, als Parco Nazionale versucht man die gefährdete Berglandschaft zu retten. Den Cinque Terre vorgelagert ist das Küstenstädtchen Levanto an breitem Sandstrand.
Es gibt eine Reihe Hotels und viele Privatzimmer und Ferienwohnungen. Einen tollen Ausblick auf das Meer und die Weinberge des berühmten Dessertweins Sciacchetrà hat man von der Terrasse des guten Restaurants Il Ciliegio (im Sommer Mi, im Winter Mo-Fr geschl., Tel. 01 87 81 78 29, €€) oberhalb von Monterosso im Ortsteil Beo. Die Cinque Terre im Internet: www.parconazionale5terre.it., www.cinqueterre.it, www.aptcinqueterre.sp.it
Im schmalen, tiefen Golf liegt diese nach Genua größte ligurische Hafenstadt (110 000 Ew.). Vom alten La Spezia ist nach dem Zweiten Weltkrieg nur wenig übrig geblieben, darunter die Festung Castel San Giorgio (13./17. Jh.) und an der Piazza Beverini die fünfschiffige Kathedrale Santa Maria Assunta, ursprünglich aus dem 13. Jh. Das Museo Civico Archeologico (Mi bis Mo 9.30-12.30 und 14-17 Uhr) im Castello San Giorgio zeigt die berühmten Stelen, geheimnisvolle, in Stein gehauene Götter der alten Ligurer, die vor den Etruskern und Römern auf dem Apennin siedelten. Die beste ligurische farinata (gewürzte Fladen aus Kichererbsenmehl) bekommen Sie bei Pia (So geschl., Via Magenta 12, €).
Auf der Halbinsel, die den Golf von La Spezia vom offenen Meer abschirmt, liegt das charmante Portovenere mit gewaltiger Festungsanlage und herrlichen Ausblicken auf den Golf. Nach Lerici auf der anderen Seite des Golfs kamen einst die englischen Dichter Lord Byron und Percy Shelley, Letzterer ertrank hier. Heute lohnt ein Besuch des Museo Geopaleontologico (Di-So 10.30-12.30, Mitte März-Juni und Sept./Okt. auch 14.30-18, Juli/Aug. auch 18.30-24 Uhr, im Kastell) mit Nachbildungen von Sauriern und simulierten Erdbeben. Verwinkelt in den Klippen überm Meer gelegen und bei Ausflüglern wie italienischen Showgrößen beliebt sind Tellaro und Fiascherino.
Am Golf von Rapallo, den die Landzunge des Monte Portofino einfasst, liegen hochkarätige Badeorte; der größte ist Santa Margherita Ligure (11 500 Ew.), das Rapallo als exklusive Sommerfrische den Rang abgelaufen hat. Der kleinste ist Portofino, ein autofreies Fischerdörfchen, das zu den teuersten Ferienpflastern Italiens zählt. Die Luxusherberge schlechthin in herrlicher Lage: Splendido (68 Zi. sowie Dependance Splendido Mare im Ort mit 16 Zi., Viale Baratta 16, Tel. 01 85 26 78 01, Fax 01 85 26 78 06, www.hotelsplendido.com,€€€).
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