Als Ergänzung zu Strandferien an der Adria ist diese zweitägige Rundreise (ca. 300 km, Ausgangspunkt Rimini) in die Hügel der einstigen Markgrafen von Montefeltro gedacht. Die Landschaft präsentiert sich mal bäuerlich-beschaulich mit gelben Korn- und Sonnenblumenfeldern, Olivenhainen und Eichenwäldern, mal für den Apennin typisch ruppig-rau. Auf den Kuppen verstreut erheben sich Burgen und alte Städtchen.
Die Tour beginnt mit dem weiten Marecchiatal im Hinterland Riminis, das hinaufführt zum Burgdorf Verucchio, dann weiter auf die hoch auf der Bergkuppe gelegene älteste Republik Europas, San Marino, und schließlich zur Festung San Leo (583 m), uneinnehmbar auf steilem Fels gelegen, einer der ersten »Adlerhorste« der Montefeltro-Dynastie mit phantastischem Ausblick. Als Speise- und Übernachtungstipp empfiehlt sich das von jungen Deutschen nett geführte Landhotel Pian del Bosco (10 Zi., Tel. 05 41 92 76 00, Fax 05 41 92 71 80, www.piandelbosco.com, €) mit Pool und Tennis 15 km westlich von San Leo in Perticara bei Novafeltria.
Nächstes Ziel im Marecchiatal ist Pennabilli, bekannt durch eine Antiquitätenmesse im Juli, aber auch durch die Gärten mit alten Obstbäumen, in denen die verspielt-philosophischen Skulpturen von Tonino Guerra stehen, dem Poeten, Ideenspender und Drehbuchautor für die großen italienischen Filmregisseure Federico Fellini und Michelangelo Antonioni.
Von Pennabilli windet sich die Straße durch dichte Wälder, ein Wanderparadies, hinauf nach Carpegna, wo ein besonders guter Schinken produziert wird. Die Gegend ist ein Refugium für Künstler und Intellektuelle: Während Umberto Eco seinen Sommer im nahen Monte Cerignone verbringt, initiierte der Bildhauer Arnoldo Pomodoro ein Sommersymposium für junge Metallkünstler auf den Plätzen und in den Gemäuern des uralten Dörfchens Pietrarubbia.
Die Tour führt weiter zum abseits gelegenen, stimmungsvollen Kloster Convento di Montefiorentino (13. Jh.) mit feiner Renaissancekirche. Es folgen zwei einladende Städtchen, zunächst Urbania mit farbenfrohen Keramikläden im mittelalterlichen Zentrum. Im Palazzo Ducale, in dem der letzte Herzog von Montefeltro 1631 starb, zeigt heute ein Museum (Di-Fr 10-12 und 15-18, Sa/So 14 bis 19 Uhr) u. a. Globen und Weltkarten des großen Kartografen Gerhardus Mercator (16. Jh.). In der Osteria del Cucco gibts im Herbst die berühmten Trüffeln aus dem nahen Acqualagna (Mo geschl., Via Betto de'Medici 9, Tel. 07 22 31 74 12, €). Schließlich erreichen Sie das traumhafte Urbino, die einstige Residenzstadt der Montefeltro.
Von Urbino geht es zurück ans Meer, zu den lebhaften Küstenstädten Fano und Pesaro: zunächst gen Süden über Acqualagna auf der antiken Via Flaminia durch den von den Römern gegrabenen Straßentunnel durch die Furloschlucht nach Fossombrone, das eine mächtige Burganlage krönt. Ein Tipp in Fano: Eine Fischergenossenschaft tischt im Sommer köstliche Gerichte aus frischen Sardinen, Sardellen oder Makrelen auf im nüchternen Self-Service Al Pesce Azzurro (tgl., Viale Adriatico 48, Tel. 07 21 82 36 44, €). Die Küste entlang geht es von Pesaro über Gabicce Mare zurück nach Rimini.
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