Nordöstlich des Gurtstigs, der Hauptstraße von Keitum, erstreckt sich zwischen Erich-Johannsen-Wai und Mühlenweg jener Bereich Keitums, in dem die schönsten Häuser des Orts zu finden sind. Bei den verwinkelten Straßen fällt die Orientierung manchmal schwer, das macht aber nichts - jede Ecke ist schön!
Alle, die mit der Bahn anreisen, grüßt die hohe, frei stehende Kirche mit ihrem wuchtigen Kirchturm, der erst Mitte des 15. Jhs. aus Ziegelsteinen aufgemauert wurde und anfänglich mehr als Seezeichen diente. Das Keitumer Gotteshaus ist das größte mittelalterliche Bauwerk der Insel. Seine Anfänge (Chor und Apsis) stammen vermutlich aus dem 12. Jh. Die Kirche ist innen und außen schlicht gehalten, Schmuckstücke sind der gotische Flügelaltar und die Renaissancekanzel. Ältestes Inventar ist der aus Sandstein gefertigte Taufstein aus dem 13. Jh.
Im Ziegelgemäuer des wuchtigen Turms finden sich zwei Steine eines gespaltenen Findlings, die der Sage nach die Nonnen Ing und Dung symbolisieren. Sie sollen das Geld für den Turmbau gegeben haben - allerdings hatte die Sache einen Haken, denn jede der beiden sprach einen Fluch aus. Tatsächlich ging ein Teil des Fluchs in Erfüllung. Wer mehr über die Geheimnisse dieser geschichtsträchtigen Kirche wissen möchte, sollte sich das wunderbare Hörbuch »St. Severin auf Sylt« besorgen, erhältlich im Sylter Buchhandel oder unter www.literaturtipp.com. Wilhelm Wieben, ehemaliger Tagesschausprecher, führt die Zuhörer nicht nur durch die Kirche, sondern auch über den Friedhof, auf dem neben Peter Suhrkamp und Rudolf Augstein viele bekannte Persönlichkeiten ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.
Jeden Mittwoch finden in St. Severin stimmungsvolle Orgelkonzerte statt, die zu einem unvergesslichen Sylturlaub dazugehören. Sommer tgl. 9-18, Winter 10-16 Uhr, Führungen Do 17 (Winter 16) Uhr, Munkmarscher Chaussee, www.st-severin.de
Wenn Sie der Ausschilderung zur Kurverwaltung folgen, führt Sie die Straße Am Tipkenhoog zu den Gräbern Harhoog und Tipkenhoog. Während der Tipkenhoog noch als Hügel besteht (von seiner Kuppe aus haben Sie einen großartigen Blick über die Keitumer Bucht), ist der Harhoog ein so genanntes Riesenbett, das bei Tinnum ausgegraben und dann nach Keitum verlegt wurde. Beide Gräber stammen aus der jüngeren Steinzeit (4000 bis 1500 v. Chr.).
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