Die Wasserqualität ist eine der besten an der ganzen Nordseeküste. Sie wird ständig kontrolliert. Nur manche Strömungen können gefährlich werden. Deshalb haben die Kurverwaltungen bewachte Strandabschnitte eingerichtet, die von Rettungsschwimmern beaufsichtigt werden. Wenn an deren Strandkarren ein roter Ball gehisst wird, ist Baden nur unter Aufsicht erlaubt, zwei rote Bälle signalisieren Badeverbot. Gelbe Andreaskreuze weisen auf die (bei Hochwasser nicht zu sehenden!) Buhnen hin. Diese Küstenschutzwerke können gefährliche Strömungswirbel bilden. Wer ihnen zu nahe kommt, muss mit Verletzungen rechnen, denn einige bestehen aus verrostetem Stahl, und die erodierten Spundwände ragen teilweise wie offene Sägeblätter ins Wasser.
Wer den Boden unter den Füßen verliert, kann von einer seewärts ziehenden Strömung erfasst werden, dem Trekker, der sich an den engen Stellen zwischen den Sandbänken aufbaut. Wer an einem unbewachten Badestrand in diesen Sog gerät, sollte nicht in Panik geraten und auf keinen Fall dagegen ankämpfen. Hinter den Sandbänken verliert der Trekker seine Kraft, wer ein Stück parallel zur Küste schwimmt, kann fernab dieser Strömung wieder den Strand erreichen.
Die Wasser- und Lufttemperaturen sind an den Strandübergängen ausgehängt. Das Nordseewasser erreicht auch im Hochsommer selten 20 Grad. Wer es lieber etwas wärmer hat, dem sei das Wattenmeer empfohlen (bei Hochwasser kann man problemlos an der Ostseite der Insel schwimmen), denn wenn die Flut über den aufgewärmten, dunklen Wattenmeerboden geströmt ist, erreicht das Wasser hier Temperaturen bis 28 Grad!
Für längere Strandspaziergänge ist es sinnvoll, sich vorher über Ebbe und Flut in einem Tidenkalender zu informieren, die kostenlos in allen Kurverwaltungen erhältlich sind. Denn wer bei Flut losmarschiert, muss mühevoll durch den hohen Sand gehen. Bei Ebbe hingegen läuft man über jenen Sand, der von der vorangegangenen Flut förmlich festgewalzt wurde.
Da das Wasser 6 Stunden und 13 Minuten aufläuft (Flut) und ebenso lange abläuft (Ebbe), ergeben zwei Tiden (Ebbe und Flut = Tide) knapp 25 Stunden. Das ist der Grund dafür, warum die Zeiten für Hochwasser (Fluthöchststand) und Niedrigwasser (tiefste Ebbe) täglich um rund eine Stunde wandern. Die Zeiten sind von Ort zu Ort verschieden, besonders groß ist der Unterschied zwischen West- und Ostseite der Insel.
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