Startpunkt ist die St.-Severin-Kirche. Sie liegt weit außerhalb des Ortes auf einer Geestanhöhe, die schon in vorgeschichtlicher Zeit ein wichtiger Kultplatz war. Im nördlichen Friedhofsbereich finden sich alte Kapitänsgrabsteine, die an die Männer erinnern, denen Keitum seine heutige Schönheit zum großen Teil zu verdanken hat. Ein kleiner Weg führt hinunter zum Watt. Nach 15 Minuten erreichen Sie Nielsen's Kaffeegarten. Die Treppe führt das 10 m hohe Kliff hinauf. Hier oben konnten einem die Sturmfluten nichts anhaben, die Keitumer lebten im Verhältnis recht sicher und trocken.
Die Straße Am Kliff hinter dem Café führt Sie links zu den beiden Museen. Das Altfriesische Haus wurde von Peter Uwen erbaut, einem Walfänger, der sein Leben schon mit 42 Jahren vor Norwegen verlor. Ein Besuch lohnt sich! Der ursprüngliche Wohnbereich ist fast original erhalten, und man bekommt eine Ahnung davon, wie sehr sich selbst die »reichen« Kapitäne bescheiden mussten. Ein paar Schritte weiter steht das Heimatmuseum, das von einem der Söhne Peter Uwens errichtet wurde. Dieser war ein erfolgreicher Handelskapitän. Das Schiff, auf dem er segelte, findet man nicht nur als Relief über der Eingangstür, sondern auch auf seinem Grabstein. Der rechts abzweigende Weidemannweg führt am Louise-Schroeder-Haus vorbei, einem Mutter-Kind-Kurhaus der Arbeiterwohlfahrt. Kleine Friesenhäuser folgen bis zur nächsten Kreuzung; hier liegt linker Hand ein weißes Kapitänshaus mit der Jahreszahl 1776 im Giebel. Von 1926 bis 1967 lebte in diesem Haus der Namensgeber der Straße, Magnus Weidemann, ein ehemaliger Pastor, der sich auf Sylt als Maler verwirklichte.
Die kreuzende C.-P.-Hansen-Allee war bis 1999 von mächtigen Ulmen gesäumt, die alle Opfer des Splintkäfers wurden. Die Neuanpflanzungen wirken dagegen noch etwas schmächtig. Sie folgen dem Weidemannweg bis zur Hauptstraße Gurtstig, um hinter dem Geschäft Campus, dessen Eingangstür zu den schönsten alten Türen Keitums gehört, gleich wieder rechts in die Bahnhofstraße einzubiegen. So kommen Sie zum Denkmal von Uwe Jens Lornsen. Er wurde 1793 in Keitum geboren und hätte das Schicksal Schleswig-Holsteins, dessen Landesteil Schleswig damals noch dänisch regiert war, gerne mittels seiner politischen Schriften beeinflusst. Ihm und seinem dramatischen Lebensweg ist eine Ausstellung im Heimatmuseum gewidmet. Ein paar Schritte weiter biegt links der Dikwai ein. Das kleine, weiße Friesenhaus rechter Hand gehörte früher Henri Nannen, dem langjährigen Herausgeber der Zeitschrift Stern. Der kleine Weg führt zur Munkmarscher Chaussee. Hier halten Sie sich rechts, um kurz darauf wieder rechts in den Erich-Johannsen-Wai einzubiegen. Er führt zum Takerwai im malerischsten Teil Keitums. Dicht gedrängt stehen hier die kleinen, zotteligen Reetdachhäuser, deren frühere Bewohner keine reichen Kapitäne waren, sondern einfache Handwerker und Tagelöhner. Der Takerwai mündet in den Kirchenweg ein, der Sie nach links zurück zum Ausgangspunkt bringt.
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