Ausgangspunkt ist der Strandübergang der Berthin-Bleeg-Straße in Wenningstedt. Hier halten Sie sich nordwärts (rechts) und nehmen den Wanderweg durch die Dünen. Im ersten tiefen Dünental kann man Zeugen eines dunklen Abschnitts deutscher Geschichte entdecken: Die Betonbrocken sind letzte Reste einer schweren Marineflakbatterie zur Verteidigung der Küste im Zweiten Weltkrieg, ein kleiner Teil des großen Nordatlantikwalls. Auf der Höhe des Strandrestaurants Wonnemeyer - mittlerweile laufen Sie direkt auf der Abbruchkante des Roten Kliffs - wurden in den Dreißigerjahren des 20. Jhs. Weltrekorde im Segelflug aufgestellt. Gleich hinter den Dünen befand sich eine Segelflugschule, die die stabilen Luftströmungen am Kliff nutzte.
Sie behalten die Richtung bei und haben von hier oben einen herrlichen Blick über den knapp 30 m unter Ihnen liegenden Strand. Bald ist der Weg versperrt. Hier biegen Sie rechts in die Dünen ein und werden direkt zur höchsten Erhebung der Insel geführt, der Uwe-Düne. Von hier oben hat man bei guter Sicht einen traumhaften Blick über den Nordteil der Insel. Von der Düne führt ein Fußweg durch die Kampener Heide weiter nordwärts. So erreichen Sie die Sturmhaube und laufen über die Parkplätze weiter in Richtung des berühmten Hauses Kliffende. Heute ist es in Privatbesitz, doch in den Zwanzigerjahren des 20. Jhs. erholten sich hier der Maler Emil Nolde, der Dirigent Erich Kleiber, der Schriftsteller Thomas Mann. Nachdem Sie die Eingangspforte passiert haben, biegt direkt neben dem Haus ein Weg rechts in die Heide ein: ein wunderschöner Pfad, der Sie direkt durch das Gräberfeld der Krockhooger führt, eine geschlossene Gruppe von hohen Rundhügeln aus der Bronzezeit. Beim Bau der Nordbahn im Jahr 1908, deren Trasse heute ein Radweg ist, wurden leider einige der Gräber eingeebnet. Sie kreuzen den Radweg, kommen zur Hauptstraße, die Sie ebenfalls queren (Ampel!), um auf der anderen Seite dem Radweg nach Norden (links) zu folgen. Nach 200 m biegen Sie rechts in den Fußweg Grönning ein. An dieser schmalen Stelle kommen Sie bald auf die Ostseite der Insel. Sie laufen am Fuß eines Abhangs entlang, dem Rand des eiszeitlichen Geestkerns. Das Gelände links von Ihnen ist hingegen Marschenland. Die Häuser hier gehö-ren zu den teuersten Immobilien Deutschlands. Auffällig ist ein großer, grauer Baukörper mit einem kleinen Turm. Die so genannte »Springer-Burg« gehörte einst dem Verleger Axel Springer.
Der vor Ihnen liegende Weg ist jetzt eindeutig. Immer am Watt entlang, führt er Sie im Bogen in Richtung Süden zurück. Wenn Sie den Pfad am Wasser verlassen und sich rechts orientieren, befinden Sie sich bald im Naturschutzgebiet der Braderuper Heide, die an den Ort Braderup grenzt. Hier halten Sie sich rechts und kommen an die Hauptstraße M.-T.-Buchholz-Stig. An der Hauptkreuzung beim Friesenlädchen biegen Sie in den Terpwai ein, es sei denn, Sie haben noch Lust und Zeit, sich das Naturzentrum anzusehen. Der Terpwai wird zur Braderuper Straße, und wenn Sie immer geradeaus gehen, kommen Sie nach 2 km wieder zu Ihrem Ausgangspunkt zurück.
Wer (verständlicherweise) nicht so gerne an der Hauptstraße entlanggehen möchte, kann folgende Alternativroute nehmen, die allerdings etwas länger ist: Vom Terpwai rechts in den Brönswai einbiegen. Am Ende links dem Fußweg folgen, der am Gelände des Golfplatzes entlangführt. Der Weg mündet auf die kleine, asphaltierte Straße Gaadt. Dieser folgen Sie links und werden so unter der Umgehungsstraße nach Kampen hindurchgeführt. Gleich sind Sie am Dorfteich mit der Friesenkapelle, hinter der das steinzeitliche Grab Denghoog liegt. Wenn Sie sich dann links halten, kommen Sie wieder in die Berthin-Bleeg-Straße zurück.
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