Die einstige Residenz der Wettiner ist ein wahres Kleinod deutscher Schlossarchitektur. Aus einer mehrfach umgebauten Burg entstand nach 1547 eines der prachtvollsten Renaissanceschlösser Deutschlands. 150 Jahre später erfolgte unter August dem Starken eine Neugestaltung in barockem Prunk, zum 800-jährigen Wettin-Jubiläum Ende des 19. Jhs. ein letzter großen Umbau im Neorenaissance-Stil. In der Bombennacht des 13. Februar 1945 brannte das imposante Bauwerk vollständig aus. Nachdem zwischen 1964 und 1979 Georgenbau und Stallhof wieder hergestellt worden waren, begann 1985 der umfassende Wiederaufbau des Schlosses. Nach der Wende erhielt der Stumpf des Hausmannsturms eine neue Turmspitze, wurden der Süd- und der Westflügel sowie Teile des Großen Schlosshofs mit den Treppentürmen und Fassaden in Sgraffito-Gestaltung rekonstruiert. Mittlerweile schreitet der Wiederaufbau des Ostflügels voran, die endgültige Fertigstellung der Anlage wird jedoch wohl noch Jahre in Anspruch nehmen.
2004 konnten das Kupferstich-Kabinett, die Kunstbibliothek und das Neue Grüne Gewölbe, im Herbst 2006 das Historische Grüne Gewölbe ihre Räume im Schloss beziehen, Teile der Münzsammlung werden im Hausmannsturm präsentiert. Von der Aussichtsplattform des 101 m hohen Turms hat man den Überblick über das gesamte Areal und die historische Altstadt (April-Okt. Mi-Mo 10-18 Uhr, über Eingang Sophienstraße, 2,50 Euro).
Der Stallhof östlich des Georgenbaus war einst ein Ort höfischer Vergnügungen. Begrenzt wird er vom Johanneum und dem Langen Gang (1586-88) mit dem berühmten Fürstenzug an der Außenwand. Eine um 1900 gebaute Brücke verbindet das Schloss mit der Hofkirche, eine weitere mit dem Taschenbergpalais. Das ließ August der Starke Anfang des 18. Jhs. an der Südwestecke des Schlosses für seine Mätresse, die Gräfin Cosel, errichten. Nach jahrzehntelangem Ruinendasein wurde das Palais wieder aufgebaut und beherbergt seit 1995 ein Kempinski-Hotel. Straßenbahnen 1, 2, 4, 8, 9, 11, 12, Busse 75, 94 Postplatz; Straßenbahnen 4, 8, 11 Theaterplatz; Straßenbahnen 1, 2, 4, Altmarkt
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