Peking

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Yonghe Gong

Der Lamatempel Yonghe Gong ist Pekings größtes und prächtigstes Tempelkloster - er zählt zu den allerersten Attraktionen der Stadt, auch wenn er erst 1744/45 gegründet wurde. Dem Kaiserpalast oder dem Himmelsaltar hat der »Palast der Harmonie« sogar eines voraus: Er ist kein Museum, sondern wird noch von Mönchen bewohnt. Sein Reichtum freilich stammt aus keinem Opferstock. Der Tempel war ein Projekt der Mandschu-Kaiser - die gelb glasierten Dachziegel zeugen davon -, und um zu dokumentieren, dass das zuvor einverleibte Tibet und die ebenfalls lamaistischen Mongolen im Reich gut aufgehoben seien, mochte der Hof nicht knausern. Die Verbindung von tibetisch-mongolischem Lamaismus und chinesischer Kultur nimmt hier vielfache Gestalt an. Die Inschriftentafeln an den Hallendächern sind viersprachig: chinesisch, mongolisch, tibetisch, mandschurisch.

Schon der Auftakt ist prunkvoll: Drei große Schmucktore umstehen den Vorplatz. Eine 160 m lange Zuwegung schafft Abstand zum Staub der Straße. Jenseits eines weiteren Tors überquert man einen Hof, auf dem Glocken- und Trommelturm sowie zwei Stelenpavillons stehen. In der ersten Halle, ganz chinesisch, zürnen die großartigen Wächtergottheiten der vier Himmelskönige dem Bösen. Dämonen winden sich unter ihren Füßen. In der Mitte lacht der Dickbauchbuddha die Eintretenden verheißungsvoll an, und rückwärtig wacht Weituo als Schützer der Lehre über das Tempelinnere. Den nächsten Hof schmücken ein gewaltiges Weihrauchgefäß, ein Stelenpavillon mit viersprachiger Inschrift »Der Lamaismus« von 1792 sowie eine Bronzeplastik des Weltenberges Meru, auf dem die Götter, die Bodhisattvas und die Buddhas wohnen.

Deren Heiligkeit schauen Sie in den zwei nächsten Hallen. In der ersten thronen die Buddhas der Drei Zeitalter auf ihren Lotosblüten, flankiert von den 18 Luohan. In der folgenden Halle sitzen als weitere goldene Trias der Buddha des langen Lebens, der Medizinbuddha und der Buddha des Löwengebrülls, dessen Erweckungsruf weltweit vernehmbar ist. Einen Hof weiter dringt äolisches Klingen ans Ohr: Oben an der Lehr- und Versammlungshalle hängen vom Wind bewegte Glöckchen. Das Innere wird von einem 6 m großen Bronzebildnis Tsongkhapas beherrscht. Dieser stiftete um 1400 die Schulrichtung der Gelbmützen (Gelugpa), die seither im Lamaismus dominiert. Unter riesigen Wandbildern sieht man Kästen mit heiligen Schriften. Für den Dalai Lama und den Panchen Lama stehen zwei goldgelb bezogene Thronsessel bereit. In den beiden seitlichen Hallen sind kostbare Geschenke ausgestellt, die das Kloster im Laufe der Zeit empfing.

Betreten Sie die letzte Halle, so finden Sie sich wieder als kleiner Erdenwurm zu Füßen eines riesigen, durch alle drei Geschosse aufragenden Maitreya-Bodhisattva in tibetischem Stil. Der Sandelbaumstamm, aus dem er in einem Stück gefertigt worden sein soll, war eine Dankspende des siebten Dalai Lama an den Qianlong-Kaiser, der in Tibet eine Revolte hatte niederschlagen lassen. Die Schnitzarbeit wurde an Ort und Stelle erledigt und die Halle um die Figur herum errichtet.

Die Seitengebäude bergen weitere Schätze. Das vielleicht schönste Bildwerk des Tempels sieht man in der östlichen Seitenhalle im letzten Hof: Es ist ein aus Sandelholz geschnitzter predigender Buddha mit seinen Jüngern Ananda und Kashyapa. Das Schreingehäuse wurde aus kostbarem Nanmuholz geschnitzt. In den Hallen auf der Südseite des Hofes zeigen Ausstellungen Geschenke an das Kloster. In den Seitenhallen der südlicheren - dem Eingang näheren - Höfe sind auch die berühmten, zum Teil mit Tüchern verhängten Darstellungen der esoterisch-tantrischen Tradition ausgestellt. Sie zeigen männliche und weibliche Gottheiten in rituell-ekstatischer Vereinigung.

Einen halben Tag sollte man für den Yonghe Gong schon Zeit haben. Kommen Sie früh, denn ab 10 Uhr wird's voll. Tgl. 9-16.30 Uhr, Eintritt 25 Yuan, Audioführung 20 Yuan, U-Bahn 2: Yonghe Gong


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» Peking (1 Eintrag gesamt)
Re: Verbotene Stadt Peking ist genial. Was für ein gewusel in der Stadt :-) Bevor ich hingeflogen bin ... » Mehr
koppi, 18.01.08, 21:41 Uhr

» Peking (1 Eintrag gesamt)
Verbotene Stadt Es ist echt schon erstaunlich wie sich China und vor allem Peking in den letzten Jahren ... » Mehr
Zicke, 14.01.08, 12:30 Uhr

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